Ich habe in den letzten Wochen eine kleine Podcast-Pause eingelegt. Urlaub, neue Kundenprojekte – und ehrlich gesagt auch ein bisschen die Frage: Worüber soll ich eigentlich noch alles sprechen?
Natürlich gibt es unzählige Themen in der agilen Welt, aber manchmal hilft es, sich wieder auf die Grundlagen zu besinnen. In einem meiner aktuellen Projekte geht es genau darum: Ein bestehendes Team wieder auf die Spur zu setzen. Und das hat mich inspiriert, noch einmal genauer hinzuschauen:
Was macht eigentlich ein gutes Team aus?
Ohne „Wozu“ kein Team
Eines habe ich in den letzten 20 Jahren immer wieder gesehen: Teams, die kein klares „Wozu“ haben, funktionieren selten gut. Statt gemeinsam in eine Richtung zu arbeiten, entsteht eine lose Gruppe von Einzelpersonen.
Das „Wozu“ beantwortet die Fragen:
Warum gibt es dieses Team überhaupt?
Wofür sind wir da?
Welche Probleme wollen wir gemeinsam lösen?
Dieses Fundament gehört in jede Teamcharta. Sie beschreibt nicht nur Zweck und Ziel, sondern auch Rahmenbedingungen, wie Termine, Regeln oder Definition of Done. Gute Teams haben außerdem eine eigene Identität – manchmal ein Logo, einen Teamnamen oder einen Leitsatz, der verbindet.
Die FRIDGE Method als Teamkompass
Vielleicht kennst du schon meine FRIDGE Method. Sie eignet sich nicht nur für Transformationen, sondern auch perfekt für die Arbeit mit Teams. Die sechs Dimensionen geben Orientierung:
Foundation: Klare Basis schaffen – Wozu, Rahmenbedingungen, Teamcharta
Recipe: Regeln, Tools und Praktiken festlegen, die den Alltag erleichtern
Iteration: Alles als Experiment verstehen und regelmäßig prüfen – was funktioniert, was nicht?
Drive: Verantwortung übernehmen und Dinge aktiv vorantreiben
Goals: Gemeinsame Ziele setzen und mit KPIs messen, ob wir auf Kurs sind
Engagement: Alle einbinden und motivieren, damit niemand am Rand stehen bleibt
Besonders spannend finde ich hier die Frage nach den „Zutaten“:
Welche sind frisch und funktionieren schon richtig gut?
Welche sind haltbar, also okay, aber nicht ideal?
Und welche sind einfach nur vergammelt und sollten dringend raus?
Allein diese Reflexion bringt oft schon Klarheit.
Ziele sichtbar machen
Ein hilfreiches Werkzeug in Workshops ist die Wunderfrage:
Stell dir vor, du wachst morgen auf und arbeitest plötzlich in einem perfekten Team. Woran würdest du es merken?
Aus den Antworten lässt sich eine Definition of Awesome entwickeln – ein Zielbild, an dem sich das Team ausrichtet. Und wenn wir wissen, wo wir stehen und wo wir hinwollen, können wir den Weg dorthin mit kleinen Schritten gestalten.
Engagement als Schlüssel
Am Ende geht es darum, dass alle im Team an einem Strang ziehen. Wer nicht eingebunden ist, zieht sich zurück – und das schwächt das gesamte Team. Deshalb nutze ich gerne Liberating Structures, um sicherzustellen, dass jede Stimme gehört wird.
Natürlich bedeutet das auch: Manchmal muss man sich von Personen trennen, die dauerhaft nicht ins Team passen. Aber erst einmal gilt es, den Rahmen so zu gestalten, dass alle eine faire Chance haben, sich einzubringen.
Mein Fazit
Ein starkes Team entsteht nicht zufällig. Es braucht ein klares Fundament, gemeinsame Regeln, Mut zur Iteration, klare Ziele und das Engagement aller.
Die FRIDGE Method und mein PASSION-Modell sind dabei für mich unverzichtbare Werkzeuge, um Teams den Spiegel vorzuhalten und ihnen zu helfen, gemeinsam stärker zu werden.
Ich bin überzeugt: Gerade in Zeiten des ständigen Wandels sind gute Teams der entscheidende Erfolgsfaktor für Unternehmen.
Und jetzt interessiert mich deine Perspektive:
👉 Was macht für dich ein richtig gutes Team aus?
Schreib mir gerne deine Gedanken – ich freue mich auf den Austausch!



