by marc

November 18, 2021

Es ist soweit. Der erste Tag als Scrum Master im neuen Team steht vor der Türe. Da stellt sich natürlich zurecht die Frage: Was mache ich am besten am ersten Tag?

Ich kann Dir zumindest mal sagen, was Du nicht machen solltest: Klugscheißen. Bitte, bitte unbedingt vermeiden, wenn Du es Dir nicht schon am ersten Tag mit Deinem Team verbocken möchtest. Aus eigener Erfahrung (*hüstel*) weiß ich, dass das nicht immer einfach ist, aber es gibt besser Dinge, die Du am Anfang machen solltest.

Wo steht das Team?

Gerade am Anfang solltest Du Dich primär darauf fokussieren, Dein neues Team zu beobachten, um es besser kennenzulernen. Finde heraus, was bereits gut funktioniert und notiere Dir, wo Du Verbesserungspotential siehst. Gut ist es hier sich z.B. mit dem Impediment Backlog des Teams zu befassen oder sich die Ergebnisse der letzten Retrospektiven anzuschauen. Solltest Du Dinge sehen, die mit Deinem Verständnis von Scrum im Konflikt stehen, aber für das Team funktionieren, dann lass bitte erst einmal die Finger davon. Alles was aktuell funktioniert ist gut!

Das Team kennenlernen

Wenn ich mit einem neuen Team starte, dann immer mit Einzelgesprächen. Am besten verlässt Du hierzu das Büro und gehst mit allen aus dem neuen Team auf einen kleinen Spaziergang. Dort kannst Du sowohl mehr über die einzelnen Personen in Erfahrung bringen, als auch über das Team selbst. In diesen Gesprächen kannst Du dann versuchen herauszufinden, was im Team gut läuft und wo es aus der Sicht der einzelnen Personen Optimierungsbedarf gibt. Bitte achte auch hier darauf nicht sofort mit Lösungsvorschlägen um die Ecke zu kommen. Richte Deinen Fokus auf das reine Beschaffen von so viel Informationen wie möglich. Wenn Du Glück hast gibt es bereits eine Team Charta, die Du Dir unbedingt ansehen solltest.

Erwartungen klären

Das mag vielleicht nicht gleich am ersten Tag klappen, aber es wichtig möglichst früh die Erwartungen an Dich und Deine Rolle zu klären. Was erwartet das Team von Dir und was sind Deine Erwartungen an das Team. Achte hier vor allem darauf, ob es irgendwelche Diskrepanzen zwischen den verschiedenen Erwartungen gibt und stelle am besten gleich klar, welche Erwartungen Du nicht erfüllen willst oder kannst.

Reflektieren

Am Ende des Tages setzt Du Dich dann in eine ruhige Ecke und lässt den Tag Revue passieren. Am besten nutzt Du ein Scrum Master Tagebuch, um Deine Eindrücke aufzuschreiben und Deine ersten Erkenntnisse oder Vermutungen aufzuschreiben. Hier kannst Du Dir auch gleich die Dinge rausschreiben, bei denen Du zukünftig Handlungsbedarf siehst. 

Das wichtigste zum Schluss: sei geduldig. Niemand erwartet von Dir, dass Du gleich am ersten Tag die Welt rettest. Lass Dir Zeit und finde Dich erst einmal im Team ein, bevor Du die ersten Veränderungen initiierst. Wie Du das machen kannst, erfährst Du z.B. in der Scrum Master Journey oder in meinem Scrum Master Mentoring Programm.

About the author 

marc

Marc Löffler ist selbständiger Agile Coach, Autor und Keynote-Speaker. Er befasst sich leidenschaftlich mit agilen Managementmethoden. Bevor er mit agilen Methoden in Berührung gekommen ist, hat er als zertifizierter Projektmanager bei Firmen wie Volkswagen, Siemens und EADS gearbeitet. Mit Begeisterung hilft er Unternehmen dabei, agile Werte zu verstehen und zu leben. Er liebt es, neue Einsichten zu generieren, und unterstützt Teams dabei, Probleme aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Seit September 2018 ist er zertifizierter Professional Speaker GSA (SHB) mit der besten Keynote seines Jahrgangs. Im Jahr 2014 erschien sein Buch „Retrospektiven in der Praxis“ beim dpunkt.verlag. Im Jahr 2018 folgte das Buch „Improving Agile Retrospectives“ bei Addison Wesley.

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