by marc

August 13, 2020

Wenn man, wie ich, schon einige Jahre zum Thema Agilität auf dem Buckel hat, dann trifft man immer wieder mal auf den ein oder anderen Mythos, der sich recht hartnäckig hält. Einer dieser Mythen ist, dass agile Teams keine langfristige Planung machen und somit auch keine Termine zusagen können. Das ist natürlich Blödsinn.

Aber woher stammt dieser Mythos? Wenn man sich das Manifest für agile Softwareentwicklung, kurz "Agiles Manifest" anschaut, dann steht dort u.a.

Reagieren auf Veränderung ist wichtiger als das Folgen eines Plans 

Daraus leitet der ein oder andere ab, dass im Agilen keine Pläne gemacht werden. Dabei sagt dieser Satz lediglich aus, dass das Folgen eines Plan nicht ganz so wichtig ist. Denn natürlich wird in agilen Teams geplant; sogar sehr häufig. Beim agilen Arbeiten gibt es nämlich den folgenden Grundsatz:

I plan to replan

Ich plane also die ganze Zeit! Wenn man sich beispielsweise Scrum anschaut, dann gibt es dort drei Planungsintervalle:

  • Daily: Jeden Tag plant das Team die nächsten Schritte. Dabei wird natürlich auch darauf geschaut, was man sich am Tag davor vorgenommen hat und warum etwas eventuell nicht geklappt hat. Das Team passt seinen Plan also täglich an die neuen Begebenheiten an, was insbesondere in komplexen Umgebungen enorm wichtig ist.
  • Sprint Planning: Spätestens alle 4 Wochen wird ein neuer Detailplan erstellt. Auch hier wird empirisch vorgegangen und der Plan an die jeweiligen Begebenheiten angepasst. Vielleicht gab es Feedback vom Kunden und ein Feature muss angepasst werden oder man hat nicht alle geplanten Aufgaben abgeschlossen oder oder oder.
  • Release Planning: Natürlich plant ein Product Owner auch über den Sprint hinaus, aber immer mit dem Satz "I plan to replan" im Hinterkopf. Wenn ein Sprint nicht gelaufen ist wie geplant, dann wird eben umgeplant. Natürlich kann es auch passieren, dass im Kontakt mit den Kunden neue Erkenntnisse eine Anpassung des Plans notwendig machen. Oder am Markt gibt es Veränderungen auf die ich reagieren muss.

Aber wie ist das mit dem Thema "Terminzusage"? Dazu sollte man sich nochmal das sogenannte magische Dreieck des Projektmanagements ansehen. Hier gibt es die Faktoren Zeit, Leistung (Qualität) und Kosten. Viele glauben bis heute, das man alle drei Faktoren fix machen kann, auch wenn es noch NIE funktioniert hat. Mindestens ein Faktor MUSS flexibel sein, wenn man komplexe Projekte erfolgreich abschließen möchte. Es ist also gar kein Problem, wenn es einen fixen Zeitpunkt gibt, an dem ich liefern muss, so lange entweder der Faktor Kosten oder der Faktor Leistung flexibel ist. Kurzum: auch agile Teams können zu einem fixen Termin liefern und somit eine Terminzusage machen.

Mehr Details dazu gibt es in meinem Podcast. Hör doch mal rein:

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About the author 

marc

Marc Löffler ist selbständiger Agile Coach, Autor und Keynote-Speaker. Er befasst sich leidenschaftlich mit agilen Managementmethoden. Bevor er mit agilen Methoden in Berührung gekommen ist, hat er als zertifizierter Projektmanager bei Firmen wie Volkswagen, Siemens und EADS gearbeitet. Mit Begeisterung hilft er Unternehmen dabei, agile Werte zu verstehen und zu leben. Er liebt es, neue Einsichten zu generieren, und unterstützt Teams dabei, Probleme aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Seit September 2018 ist er zertifizierter Professional Speaker GSA (SHB) mit der besten Keynote seines Jahrgangs. Im Jahr 2014 erschien sein Buch „Retrospektiven in der Praxis“ beim dpunkt.verlag. Im Jahr 2018 folgte das Buch „Improving Agile Retrospectives“ bei Addison Wesley.

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