Episode 12 – Ein Interview mit Kai-Uwe Rupp

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Key Take-aways:

Leidenschaftliche Teams kommen mit Lust zur Arbeit

Ich denke, sehr wichtig bei leidenschaftlichen Teams ist, dass die Leute morgens schon mit Lust zur Arbeit kommen, Bock haben, mit den Kollegen zusammen die nächsten Probleme anzugehen. Ergebnisse zu produzieren und dass man einfach diesen Flow, diese Vibe spürt, dass die Leute gerne zusammenkommen und Dinge erreichen wollen von denen vielleicht andere denken: Das geht doch gar nicht in der Zeit und in dem Kontext. […]

Nicht jeder strebt Begeisterung im Job an

Also ich könnte mich morgens gar nicht aus dem Bett quälen um ins Büro zu kommen an der Stelle. Und was mich dann überrascht ist, dass viele Leute den Eindruck auf mich machen: Das haben die sich noch nie überlegt. Die haben sich selber noch nie die Frage gestellt: Gibt es nicht irgendwas was ich machen kann, dass ich auch in der Zeit zwischen neun und fünf, Begeisterung, Freude, Spaß bei der Arbeit empfinde? Das ist natürlich nicht pauschal, das gilt nicht für alle. Aber es gibt auch erstaunlich viele, die das so hinnehmen. Das muss halt sein, ich muss Geld verdienen.

Veränderung beginnt mit Reflexion

Für mich ist jeder Anfang einer Veränderung mit einer Reflektion verbunden. Also ich versuche, und das versuche ich mit Individuen zum Beispiel in einzelnen Gesprächen, wenn man sich mal an der Kaffeemaschine trifft für zehn Minuten, versuche ich schon in solchen Gesprächen immer wieder in die Leute rein zu fühlen und zu erfragen, was sie denn antreibt, welche Dinge sie begeistern könnten. Man hat meistens mit Teams zu tun. Da gibt es einzelne Kollegen, die bringen eine gewisse Energie, eine gewisse Begeisterung mit. Andere sind eher so Mitschwimmer. Und je nachdem versuche ich dann erst mal auf dieser persönlichen Ebene auch eine Beziehung herzustellen und so raus zu bekommen: Was treibt euch denn an, hier zu sein? Das führt dazu, dass die Leute in der Regel auch erst mal diesen Denkprozess für sich selber lostreten.

Die Vision führt zum Erfolg

Aber die Erfahrung die ich gemacht habe damals, als wir unser Startup gestartet haben: Es war ein gemeinsamer Prozess, diese Vision von einer ursprünglichen Idee, einem Nukleus einer Idee zu entwickeln. Und Tag eins in der Garage, […] Da hat man sich ziemlich viel Zeit um die Ohren geschlagen, um diese Vision zu besprechen, Idee zu verwerfen, Teile rein zu packen, andere wieder raus zu nehmen, es wieder mal umzuändern. Bis am Schluss diese Vision dann einfach stand. So dass die, als wir dann wirklich losgelegt haben, als jeder seinen Job hinter sich gelassen hat, da war das dann klar. Und man hat das in einem Absatz quasi formulieren können. Oder in einem Satz formulieren können. Und es war insofern dann auch erfolgreich.

Agil arbeiten durch technische Exzellenz

Und den Schritt zu machen von äußerlich agil zu arbeiten zu wirklich agil zu sein, der beinhaltet für mich auch immer, die ganzen Schmerzen in Kauf zu nehmen und die ganzen Verbesserungen umzusetzen auf der technischen Exzellenzseite, sage ich mal. Und das ist nicht nur eine Frage von: Wie gehen wir miteinander um? Also der sozialen Säule. Das ist nicht nur eine Frage von Framework, das wir einsetzen und nutzen, so wie wir es nutzen sollten und können wir gut Backlog. Machen wir tolle Retros. Das ist alles super wichtig. Aber ich glaube, wenn diese dritte Säule, technische Exzellenz nicht da ist, dann wird man nicht wirklich das Potential ausschöpfen, was man braucht.

Neue Wege lösen Begeisterung aus

Aber es hat so ein Stück weit einfach diese Begeisterung ausgelöst: Neue Wege gehen und vielleicht gehen Dinge doch anders. Ich glaube, das ist ein Weg, wie man auch Leidenschaft für das was man tut und Begeisterung wiedererwecken kann, indem man aufhört, seit Jahrzehnten werden diese Prozesse, diese Pfade ausgetreten hier im Unternehmen. Und das ist natürlich nicht spannend. Also ich meine, wenn ich immer nur in den gleichen Fußstapfen laufe wie die Generationen an Ingenieuren vor mir mehr oder weniger und immer nur marginal abweiche. Das hat seine Limits. Das erzeugt nicht viel Begeisterung.

Motivation durch mehr Freiraum

Ich glaube, wenn Unternehmen beginnen würden, diese Entwicklung einzuleiten und den Leuten mehr Freiraum zu lassen, sich in Richtungen auch zu entwickeln innerhalb der Teams für die sie Interesse haben und so weiter und so fort, dann würde automatisch eine gewisse Menge an mehr Begeisterung, Motivation kommen. Weil man mehr so das Gefühl hat, über den eigenen Arbeitsablauf mehr die Kontrolle zu haben. Es wird nicht von oben runter bestimmt.